vom 17. November bis 30. November 2026

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Ein Jahrtausend jüdisches Leben in Heilbronn – eine wechselvolle Geschichte
Haus der Geschichte, Eichgasse 1, Heilbronn
Die Stadt Heilbronn kann auf eine fast tausendjährige jüdische Geschichte zurück- blicken, die zahlreiche Höhen und Tiefen aufweist. Diese lange Zeit war einerseits geprägt von Phasen der Repression und von vier großen Judenpogromen, die in den schrecklichen Verfolgungen und Ermordungen während des Nationalsozialismus gipfelten. Andererseits gab es Zeitabschnitte, in denen Juden hoch geachtete Mitbür-gerinnen und Mitbürger in Heilbronn waren und die Stadtgesellschaft entscheidend mitgestalteten.
Im Vortrag werden diese Themen beleuchtet und andere Gesichtspunkte wie das Phänomen des Antisemitismus und verschiedene weitere Aspekte des jüdischen Lebens als Teil der Heilbronner Stadtgeschichte angesprochen. Und es wird die Heilbronner Stadtgegenwart betrachtet, in der in jüngerer Zeit jüdisches Leben wieder erstanden und sichtbar geworden ist.
Referent: Prof. Dr. Schrenk, ehemaliger Leiter des Stadtarchivs
Eintritt frei, Spende erwünscht
Anmeldung unter https://eveeno.com/301664928
Christsein ohne Judenfeindschaft: Wider die Lehre von der Verachtung
Vortrag und Gespräch
Kilianshaus, Kirchbrunnenstraße 32, Heilbronn
Jesus – ein Jude, wie seine ersten Anhänger; jüdisch ihre Heilige Schrift. Wie wurde aus „der Schrift“, auf die sich die neutestamentlichen Autoren gründen, das „Alte Testament“? Aus dem „König der Juden“ der „Sohn Gottes“? Aus der kleinen Gemeinde jüdischer, messiasgläubiger Galiläer eine Kirche, ein „Christentum“? Und wie wurden Juden die Widersacher schlechthin, denen christliche Autoren Feindschaft gegen Gott, Christus und die Kirche zuschrieben?
Geht Christsein ohne Judenfeindschaft?
Referent: Pfr. Jochen Maurer, Beauftragter in der ev. Landeskirche Baden und Württemberg für das Gespräch zwischen Christen und Juden
Eintritt frei, Spende erwünscht
„Mir lebn eybik“
Ein Abend voller Klezmer mit Dreierlei
vhs Heilbronn, Deutschhofkeller, Kirchbrunnenstraße 12
Seit über 20 Jahren sind sie gemeinsam mit Musik, Texten und Liedern von jüdischen Künstler:innen unterwegs. In diesen Jahren sind viele unterschiedliche Programme entstanden, aus denen sie an diesem Abend bei der vhs Heilbronn ausgewählte Highlights präsentieren.
Gespielt wird dabei Klezmer, also die oft beschwingte, manchmal melancholische Volksmusik aschkenasischer Juden. Die Tradition dieser Musik reicht Jahrhunderte zurück, hat sich seitdem jedoch ständig erneuert. Das Trio Dreierlei liefert auf dieser Tradition aufbauend in musikalischen Dialogen ein spannungsreiches und (schwarz)humoriges Repertoire.
Gruppe Dreierlei – das sind Irene Zantow-Bareiß (Violine und Viola), Elke Knötzele (Akkordeon) und Kerstin Müller (Sprechen, Gesang).
Eintritt: 8,– € Kurs-Nr. A202A133, Abendkasse bzw. Anmeldung unter https://www.vhs-heilbronn.de/programm/kw/bereich/kursdetails/kurs/A202A133/
Film: Auf das Leben
Kinostar Arthaus, Kirchbrunnenstraße 3, Heilbronn
Erzählt wird die Geschichte der ehemaligen Cabaret-Sängerin Ruth, einer sarkastischen und doch sehr warmherzigen Frau, die trotz traumatischer Kindheitserlebnisse mitten im Leben steht. Erst die Zwangsräumung ihrer Wohnung und ihrer Musikinstrumentenwerkstatt sowie der damit verbundene Umzug in ein Seniorenheim lassen sie die Lust am Leben verlieren. Der 29-jährige Jonas, der seit Trennung von seiner Freundin in einem Kleinbus haust, kämpft gegen die ersten Anzeichen einer schweren Erkrankung an.
Jonas arbeitet als Möbelpacker und begegnet so der 83-jährigen Ruth. Aus der flüchtigen Begegnung entwickelt sich eine tiefe Verbundenheit – trotz des Altersunterschieds. Der Wunsch, dem Gegenüber auf die Beine zu helfen ist so stark, dass Ruth und Jonas vor ungewöhnlichen Maßnahmen nicht zurückschrecken. „Ein bewegender und unglaublich dichter Film über die Kraft und die Macht der Erinnerung.“ (fbw filmbewertung).FSK: ab 12 Jahren
Eintritt: 7,00 €, keine Anmeldung erforderlich
Anmerkung: Hannelore Elsner spielt die 83-jährige Jüdin Ruth. In den Rückblenden übernimmt die Schauspielerin und Sängerin Sharon Brauner ihre Rolle. Am Montag, 30.11.2026 um 19.00 Uhr findet im Arthauskino zum Abschluss der diesjährigen Kulturtage ein Konzert mit der Sängerin und Schauspielerin Sharon Brauner statt.
Lesung und Gespräch mit Ruth Olshan: „Immergrün“
Literaturhaus, Trappensee 1, Heilbronn
Mit den Urnen ihrer Mutter und Großmutter im Kofferraum reist Ruth nach Litauen, um sie in der lang verlorenen Heimat der Familie beizusetzen. Auf der endlosen Fahrt erinnert sie sich an ihre Kindheit nach der Emigration in den siebziger Jahren: Erst in Israel und später in West-Berlin beginnt ein neues Leben, geprägt von Sprachschwierigkeiten, Überlebenskunst und bürokratischen Hürden. Die Mutter, einst gefeierte Sängerin, ringt mit Depressionen. Ruth wünscht sich Normalität und findet Halt in Musik und Sport. Ruth Olshans Romandebüt ist ein Buch über das Leben im Exil, Neuanfänge und die leise Kraft der Kunst im Schatten großer Umbrüche.
Moderation: Dr. Anton Knittel
Eintritt: 10 € / 8 € / 3 €
Karten unter www.diginights.com/literaturhaus
Anmerkung: Hannelore Elsner spielt die 83-jährige Jüdin Ruth. In den Rückblenden übernimmt die Schauspielerin und Sängerin Sharon Brauner ihre Rolle. Am Montag, 30.11.2026 um 19.00 Uhr findet im Arthauskino zum Abschluss der diesjährigen Kulturtage ein Konzert mit der Sängerin und Schauspielerin Sharon Brauner statt.
Weitergabe des jüdischen Glaubens in Familie, Tageseinrichtungen, Schule, Jugendgruppen und Vereinen
Jüdisches Zentrum, Allee 5, Heilbronn
Die jüdische Religion ist seit Jahrtausenden eine Erzählgemeinschaft. Lebenserfah-rungen wurden in Erzählungen verdichtet und von Generation zu Generation weiter-gegeben. Ebenso Gesetze für das Verhalten in den Familien, für die Speisezuberei-tungen, für das öffentliche und rechtliche Miteinanderleben, für die Gestaltung der Gottesdienste … Zum Judesein gehört, dass jeder Einzelne diese Regeln kennt und versteht und selbstverantwortlich damit umgeht. Lernen vom frühesten Lebensalter an ist ein Kennenlernen jüdischen Lebens. Nach der europaweiten Vernichtung jüdischer Menschen und ihrer Lernkultur ist es überlebenswichtig in Familien und Gemeinden diese Erzähl- und Lerngemeinschaft weiterzuführen und an die heutige Zeit anzupassen. Der Referent wird aus seiner praktischen Arbeit berichten.
Referent: Michel Kerzher, Leiter der Religionsschule der israelischen Religionsgemeinschaft Württemberg, Stuttgart
Eintritt: 5,00 €, Teilnahme für Mitglieder frei, Spende erwünscht
Konzert mit der Schauspielerin und Sängerin Sharon Brauner
Kinostar Arthaus, Kirchbrunnenstraße 3, Heilbronn

Foto: Oliver Hildebrandt
Sharon Brauner zählt zu den vielseitigsten Künstlerinnen Berlins. Die Sängerin, Schauspielerin und Entertainerin begeistert seit vielen Jahren mit ihrer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz, ihrer warmen Stimme und ihrer Fähigkeit, Menschen gleichermaßen zum Lachen, Nachdenken und Mitschwingen zu bringen. Bereits als Kind stand sie vor der Kamera, später studierte sie Schauspiel am renommierten Lee Strasberg Theatre Institute in New York und wirkte in zahlreichen Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen mit.
Ihre große Leidenschaft gilt jedoch der Musik. Mit Charme, Humor und großer Authentizität verbindet Sharon Brauner jiddische Lieder, Chansons, Jazz, Tango und eigene Interpretationen zu einem ganz persönlichen musikalischen Stil.
Eintritt: im Vorverkauf 10 Euro, an der Abendkasse 12 Euro
Platzzahl begrenzt.
Einlass ab 19:00 Uhr, Beginn um 19:30 Uhr
Vorverkauf ab 1. September 2026 unter www.kreatief-neckarsulm.de
Bücher zu jüdischer Kultur und Religion
Stadtbibliothek Heilbronn
Die Stadtbibliothek präsentiert während der Kulturtage eine vielfältige Auswahl an Büchern, Filmen und Musik, die sich mit der jüdischen Geschichte, Kultur und dem jüdischen Leben in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen.
Stadtbibliothek Heilbronn, Berliner Platz 12
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 – 19 Uhr
Samstag von 10 – 15 Uhr
Wir freuen uns über Ihren Besuch und das damit verbundene Interesse.

