Zur Namensgebung des Max-Beermann-Platzes in Heilbronn
Eine Würdigung von Günter Spengler
Ob Bezirksrabbiner Dr. Max Beermann sich über diesen Platz freuen würde? Ich stelle mir einen Besuch in seiner Wohnung in der oberen Schillerstraße vor: Die Wände seines Arbeitszimmers sind voller Bücher: Rabbinische Fachbücher natürlich, aber ebenso viel deutschsprachige Literatur: Imanuel Kant, Friedrich Nietzsche, Wolfgang von Goethe und natürlich Ludwig Uhland, der begabteste Lyriker des Schwäbischen Dichterkreises. In seinem Arbeitszimmer finden sich auch Uhlands freiheitliche politische Schriften mit vielen Anstreichungen. Max Beermann würde sich sehr freuen, jetzt auch im Stadtbild so eng mit Uhland verbunden zu sein: Auf seinen Platz mündet Uhlands Straße.
Der Vorstand des „Freundeskreises Synagoge“ hatte beim Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn beantragt, den Heilbronner Uhland-Platz in Max-Beermann Platz umzubenennen. Rabbiner Beermann hat für die jüdische Gemeinschaft in Heilbronn eine sehr große Bedeutung.
Jetzt ist es soweit. Der Stadtrat hat die Umbenennung des Uhland-Platzes in Max-Beermann Platz beschlossen. Sh. Bericht in der Heilbronner Stimme vom 13. Februar 2021.
Portrait Luise Bronner, 70 x 60 cm, Öl-Lwd, 2019 Portrait Luise Bronner, mit ihrer Familien- und Lebens-Geschichte: Eltern, das Unternehmen, ihre Berufsausbildung, ihr Exil, Tod der Eltern, ihre Promotion, Motiv-Zitat ihres Gedichtbandes und ihr wohl wichtigstes Gedicht von 1961 „May I never forget…“ sowie Zitat des Gedichttitels zum von ihr geschätzten Dichter B. Brecht. Bei aller Zartheit der Farbe ihres Gesichts, ihrer Kleidung spielt das Rot als Ausdruck ihrer Energie und Vitalität bis ins hohe Alter, eine wichtige Rolle.
Im November 2019 hatte der Freundeskreis die Künstlerin Marlis Glaser zu Gast. Sie berichtete anhand von Beispielen über ihre Schwerpunkte in ihrem malerischen Wirken. Dazu gehörten die Portraits mutiger und herausragender jüdischer Frau, aber auch Portraits namhafter jüdischer Persönlichkeiten sowie von Überlebenden des Holocausts.
Für Ihre Portraits hat Marlis Glaser einen eigenen Stilentwickelt, der biblische, historische und biographische Inhalte mit Elementen der Kunstgeschichte verbindet.
Zu der farblichen Interpretation kommt die Schrift hinzu, ausdrucksstarke Symbole sowie wesentliche Daten, Informationen und Aussagen die das Bild der portraitierten Person ergänzen und abrunden.
Da die ehemals jüdische Heilbronner Bürgerin Luise Bronner Namensgeberin der nach ihr benannten Realschule ist, vermittelte der Freundeskreis den Kontakt mit Marlis Glaser. Hier bot die Künstlerin für interessierte Schüler*innen einen Workshop an (vgl. Artikel der „Heilbronner Stimme“).
In den Wochen danach schuf Marlis Glaser ein Portrait von Luise Bronner, das bei einer Schulfeier zum 10-jährigen Bestehen der Schule enthüllt und übergeben wurde (vgl. Artikel der „Heilbronner Stimme“ und das Portrait).
Marlis Glaser kommt im Mai diesen Jahres im Rahmen des Jubiläumsprogramms erneut nach Heilbronn.
Am 10. Mai 2021 ist sie zusammen mit der Autorin Viola Roggenkamp in der Stadtbibliothek Heilbronn zum Thema „Jüdinnen der Moderne“ zu erleben.
Und ab 11.Mai 2021 ist ihre Gemäldeausstellung in der Stadtbibliothek Heilbronn zu sehen unter dem Titel „Wie wilder Wein, der zwischen Feuerblättern glüht“. Mehr dazu im Programmheft der Stadt Heilbronn.